Kamerunreise Teil 2, Aufenthalt in Mamfe, die Generatoren laufen (27. bis 30.10.2016)

Donnerstag, 27.10.2016

Nun sind wir im alten Wirkungsgebiet von Hans Zimmermann. Er hat das Krankenhaus in Mamfe, das wir besuchen und in dem wir wohnen, mit aufgebaut und 7 Jahre geleitet. Es wurde unter anderem mit Unterstützung von AFRIKA-Projekte e.V. errichtet und viele Vereinsmitglieder haben bei mehreren Einsätzen Hand angelegt. Vor allem Pa Werner, wie Werner Thielmann, der Schatzmeister von AFRIKA-Projekte hier genannt wird, hat hier nicht nur baulich Spuren hinterlassen. Leider konnte Werner uns nicht begleiten und er wird von vielen unserer afrikanischen Freunden vermisst. Doch im Geiste ist er immer bei uns.

Die Klinik wurde vor zehn Jahren eingeweiht und wir wollen sehen, was aus dem Krankenhaus geworden ist, seit Hans vor 3 Jahren zurück in die Schweiz ging.

Stromausfall! Keine Seltenheit in Mamfe. Doch das Krankenhaus hat für solche Fälle zwei Generatoren. Hans hört schon am Klang des Motors, dass der kleine Generator nicht richtig läuft. Er misst nach. Die Leistung ist nur 140 V. Sensible Geräte werden sofort vom Netz genommen. Der andere, große 40 kW Generator funktioniert bereits seit zwei Jahren nicht mehr. Ein Fall für Karl.

Während sich Hans und Karl sofort an die Arbeit machen nachzuforschen, warum die Generatoren nicht bzw. nicht richtig funktionieren, machen die anderen einen Rundgang durch das Krankenhaus, geführt von dem Leiter des Pflegepersonals. Wenig später stößt auch der Doktor zur Gruppe.

Eindrücke des Rundgangs:

Das Gebäude ist recht gut im Schuss. Der Sturmschaden, ein Teil des Daches wurde bei einem starken Sturm abgedeckt, ist beseitigt. Doch wir konnten erkennen, dass die Unterhaltung an einigen Stellen vernachlässigt wird. Nicht nur die Generatoren funktionieren nicht bzw. nicht richtig. Ein allgemeines Problem fast überall in Afrika.

Der Doktor erklärt uns an vielen Stellen seine Vorstellungen für die Zukunft. Erweiterung des OP. Erweiterung des Kreissaales und der Geburtenstation. Ultraschall. Auto. We go see!

Am Nachmittag meldet Karl einen großen Erfolg. Beide Generatoren laufen wieder. Gott sei Dank! Es waren keine großen Störungen oder Teile defekt. Karl musste nur  den Notknopf richtig einstellen und schon tuckerte der Generator. So ermutigt, gehen wir in die Sitzung am Nachmittag. Unsere Freunde aus Mamfe wollen uns noch einmal offiziell Willkommen zu heißen. Lobpreis. Gebet des Krankenhausseelsorgers. Danach präsentiert der Doktor noch einmal seine Wunschliste, die wir schon bei unserem Rundgang gehört haben. Sie endete damit mit dem Wunsch, dass wieder Missionare nach Mamfe entsendet werden und Ärzte und Pfleger aus Europa ihre Kenntnisse in Kurzzeiteinsätzen der Bevölkerung zur Verfügung stellen sollten. Etwas irritiert haben wir die mehrfach geäußerte Bemerkung aufgenommen, dass sich mehrere christliche Krankenhäuser in einem Konkurrenzkampf befinden. Sehr verwundert hat uns auch die Vision, ein großes Gelände zu kaufen und ein neues Krankenhaus darauf zu bauen.

Die Antwort von Klaus als Vorsitzender von AFRIKA-Projekte e.V. ging jedoch in eine andere Richtung. Er hat an den Geist des Teams appelliert. Paulus nutzt das Bild unseres Leibes (1. Korinther Kapitel 12 Verse 12 folgende): „So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.“ Jeder hat eine spezielle Aufgabe: der Doktor, das Pflegepersonal, die Administratorin, der Seelsorger, etc. Das Team in Mamfe hat seine Aufgabe. Wir, AFRIKA-Projekte e.V. können nur unterstützen aber nicht die Kranken behandeln oder das Hospital leiten. Sie haben gute Voraussetzungen und es ist ihre Aufgabe diese zu nutzen. Auf die Vision, ein neues Krankenhaus zu bauen, antwortete Klaus mit einem chinesisches Sprichwort: „Wenn du kleine Dinge tun kannst, als wenn es ein große sind, dann kannst du große Dinge tun, als ob es kleine sind.“ Vor allem muss die Unterhaltung der Gebäude und der Geräste wesentlich verbessert werden. Sie können nicht Jahre warten, bis Karl wieder kommt, wenn der Generator oder andere Geräte nicht funktionieren. Wir sind sicher, dass es in Kamerun fähige Techniker gibt, die die Geräte in Stand halten. Wir hoffen, dass das Team unsere Worte zu Herzen nimmt und umsetzt.

 

Freitag, 28.10.2016

Anlässlich des 10-jähringen Jubiläums der Klinik sind wir nicht mit leeren Händen gekommen. Zusammen mit den Vereinigten Missionsfreunden konnte AFRIKA-Projekte e.V. die stolze Summe von 3.000 € überreichen.

Danach fahren wir auf dem jetzt sehr gut ausgebauten Trans African Highway die 25 Kilometer nach Mbakang. Hier hat Hans Jörg 1988 die Arbeit in diesem Gebiet aufgenommen. Wir besuchen die Klinik und die Missionsstation, die viele Jahre Heimat für Hans Jörg und seiner Familie war. Der Zustand macht uns traurig. Die gute Struktur wird kaum noch genutzt und ist dem langsamen Verfall Preis gegeben.



Auf dem Rückweg haben wir die Zeit genutzt, auf den Spuren unserer deutschen Vorfahren zu wandeln, die während der Kolonialzeit 1904 in Mamfe eine Hängebrücke gebaut haben. Trotz Sanierung im Jahre 2007 war der Zustand der Brücke nicht sonderlich vertrauenerweckend. Nur Tina und Karl hatten den Mut über die Brücke zu gehen.



Samstag, 29.10.2016

An unserem letzten Tag in Mamfe überrascht uns das Krankenhausteam. Sie übergeben uns eine schwere Holzstatur: Eine afrikanische Frau auf dem Weg mit einen Korb mit Feuerholz auf dem Rücken, ein Kind an der Hand. Ein weiteres Kind liegt in ihrem Arm und wird stillt. Vielleicht ist die Frau schwanger und trägt ein weiteres Kind unter ihrem Herzen.




Der Arzt interpretiert die Statue wie folgt: Die schwer arbeitende Frau ist das Symbol für die Full Gospel Mission und AFRIKA-Projekte. Die Kinder stehen für die unterschiedlichen Kliniken. Die Frau ist mit ihren Kindern auf dem Weg, so soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern zum Wohle der Bevölkerung weitergeführt werden.

Leider ist die Statue zu groß und zu schwer, als dass wir sie mitnehmen können.

Uli, Hans und Karl legen letzte Hand an die Geräte in der Klinik und machen das Auto für die weitere Fahrt fit. Gunda, Tina und Klaus waren bei der Frauenkonferenz von WOPAS eingeladen.

Sonntag, 30.10.2016

Wir nehmen Abschied von Mamfe und fahren die 131 Kilometer über den Trans African Highway nach Bamenda. Heute beträgt die Fahrzeit über die 2013 fertig gestellte Straße gut zwei Stunden. Auf der Fahrt erläutert Hans uns die vielen Schwierigkeiten, die er in der Vergangenheit hatte, von Mamfe nach Bamenda oder Douala zu kommen. Aufgeweichte Pisten, quer stehende LKW, tiefe mit Wasser und Schlamm gefüllte Löcher machten eine Weiterfahrt sehr beschwerlich bis unmöglich. Wir können uns dies heute nur noch schwer vorstellen.